Denkformate

img_6884Aus gegebenem Anlass, zur Feier des Tages und vor allem, weil die Premium-Stars-und-Streits-Userin Grace danach gefragt hat: ein Experiment – ein neuer Beitrag!

Es ist ja so: Wenn man viel um die Ohren hat, passt oft nicht mehr viel dazwischen. Der Schädel (hier im Bild die Version, die Jean-Michel Jarre in die Frankfurter Festhalle projizierte), oder besser: das Hirn hat nur ein gewisses Fassungsvermögen. Ein neuer Blogbeitrag erscheint da mitunter als nicht-auch-noch-zu-stemmende Belastung.

Dabei kann so ein neuer Blogbeitrag (sprich: Ferd) auch befreiend wirken. Das schlechte Gewissen ist wie weggeblasen (freilich nur für wenige Stunden, bis die Erinnerung zurückkommt, dass danach ja irgendwann wieder ein neuer Ferd vonnöten sein wird), und auch inhaltlich ergeben sich Anknüpfungspunkte.

So war es mir beispielsweise, wo wir gerade bei Schädel und Hirn sind, schon immer ein Bedürfnis, auf die Demission des Frankfurter Museumschefs Max Hollein näher einzugehen. Der Mann leitete ja in Personalunion die Museen Städel und Schirn (und auch das Liebieghaus, jawohl, mit zweimal ie, aber das soll hier nur am Rande erwähnt werden).

Städel und Schirn also – und nicht etwa Schädel und Stirn. Eigentlich unfassbar, dass darüber noch niemand gewitzelt hat; jedenfalls nicht, soweit ich es mitbekommen habe. Dass Hollein nach Kalifornien ausgewandert ist, könnte doch in Frankfurt glatt ein Städel-Schirn-Trauma auslösen. Aber glücklicherweise leitet sein Nachfolger ebenfalls wieder beide Häuser. Mal sehen, wie er’s hinkriegt. Und wie viel Esprit zwischen seine Stirnlappen passt. Hoffentlich mehr als beim Writer dieses Ferds hieher. Wieher. :o)

Eine schöne Adventszeit, Ihr Lieben!

22. November 2016 von Thomas Stillbauer
Kategorien: Allgemein | 90 Kommentare

Kommentare (90)

  1. Daraus könntest du einen wunderbaren Frankfurter Zungenbrecher kreieren, und fortan wird es keiner mehr richtig sagen können 😆

  2. 🙂 Au ja!

  3. Städel und Schirn also – und nicht etwa Schädel und Stirn. Aber doch Hirn? Nun wird mir von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum. Schon wieder Adventszeit? Ach, die Frankfurter! Und was sind Städel und Schirn auf Hochdeutsch? Ich komme ganz blümerant durcheinander. Jetzt kommen Kälte, Nebel und Vogelgrippe, später „frohe Weihnacht“ und die Himmlischen singen. Familien kommen wieder zusammen und wärmen sich in geheizten Räumen, fühlen sich wohlig miteinander. Aber draußen stehen die Obdachlosen und schauen frierend in die warm erleuchteten Fenster. Und die schlecht untergebrachten Flüchtlinge in ihren Notunterkünften bekommen ein Tannenzweiglein und ein wenig Gebäck, damit sie ein wenig von der christlichen Nächstenliebe was spüren. Oh je.
    Ach, Tschuldigung, das ging mir so grade durch den Kopf, bzw. durchs Hirn, meinem Denkschädel.

  4. Was einem durch den Schädel geht, darf auch wieder raus. Immer her damit. Wir bieten der Unbill die Stirn!
    Städel und Schirn, liebe Lady, sind auf Hochdeutsch Kurzbezeichnungen zweier bedeutender kunsthaltiger Frankfurter Orte; das Städel ein jahrhundertealtes Museum mit Meisterwerken am Mainufer, die Schirn eine Halle für wechselnde Ausstellungen in der Altstadt zwischen Dom und Römer. Wenn Du mal hier bist, schau Dir beide an! Zurzeit kannst Du das Ganze mit einem Gang über den Weihnachtsmarkt verbinden.

  5. Apropos Weihnachtsmarkt – wollen wir noch mal einen Versuch wagen und uns da zu einem Treffen verabreden?

  6. Hallo! Ich hätte schon längst geantwortet, hätte der Captcha meine Pläne nicht durchkreuzt.

    Herr Hollein ist ein großer Verlust, allerdings finde ich es gut, wenn man die Einsicht hat, dass auch andere mal dran sein sollten und man selbst auch was anders machen sollte im Leben, das erweitert den Horizont, gibt neue Impulse. Ich weiss nicht, warum ich nun gerade an eine gewisse Dame in der CDU und ihr angestaubtes Dauerkabinett denken muss. Egal. Vielleicht fehlt es da ja an Nachwuchstalenten oder man will die gar nicht haben? Ich fände eine Beschränkung auf zwei Amtszeiten auf jeden Fall vernünftig.
    Bekanntermaßen liegt die Stirn an der U-Bahn Station Rom / Döner. Direkt am Weihnachtsmarkt. Weihnachtsmarkt in Frankfurt mache ich aber nur noch einmal pro Jahr, mehr halten meiner Nerven nicht aus.
    So und jetzt kommt der Moment, in dem ich all das Geschriebene hier kopiere, damit es wegen des Captcha, der natürlich wieder abgelaufen ist, weg ist. Zisch und weg.

  7. Kreisch – Rom/Döner, stimmt ja. 🙂
    Bleibt nur die Frage, ob Dein einmaliger W-Markt dann der mit dem Wohnbl…, äh, mit den Stars & Streits wäre.
    Ich bin gern dabei, wenn wir einen Termin finden.

  8. „Rrrrrom/Döner“ hab ich mal live in der Frankfurter U4 aus den Kehlen eines fröhlichen halben Dutzends junger Damen mit Migrationshintergrund gehört, es war ein Fest – ja, apropos, wie wär’s mit uns in Sachen W-Markt? Vielleicht zur Abwechslung mal dezentral und GGT-nah? Eines schönen Di, Mi oder Fr an noch zu benennendem Ort? Kommet zuhauf 🙂

  9. Hey! Hier ist ja richtig was los! 🙂
    Dezentrale W-Markt-Sause ist eine glänzende Idee, finde ich.

  10. Ja hier steppt der Bär ..
    Ich muss dich enttäuschen, der jährliche WM-Besuch findet mit einem anderen Personenkreis statt. Das ist aber wirklich wertfrei.
    Dezentral gerne und auch gerne erst im neuen Jahr mit all seinen Möglichkeiten, Chancen und Gefahren…

  11. Au ja, ein Frankfurter Weihnachtsmarkt-Treffen, sowohl örtlich als auch zeitlich verlagert 😉

  12. Unterm Baum im Advent kann ja jeder. 🙂

  13. Mich würde aber mal eure Meinung zu Amtszeiten von Kanzlern interessieren.

  14. Also – ich bin grundsätzlich PRO Amtszeiten von Kanzlern.

  15. Aber man kann das ja nicht an einer Person ausmachen. Egal wie gut oder schlecht jemand ist, es sollte doch in einer Demokratie eine Begrenzung von Amtszeiten geben, finde ich. Und in vielen anderen Ländern ist das ja auch so. Anrüchig eher die, wo das nicht so ist …
    Kann man den Captcha vielleicht so einstellen, dass man nicht immer nur 10 Sekunden Zeit hat zum Schreiben? 😉

  16. Kann man bestimmt. Nur ich kann’s nicht. 🙂
    Ich finde, Du hast recht. In den USA allerdings wäre ich gerade sehr dafür, die Amtszeit des Inhabers noch ein Weilchen zu verlängern. In Russland und der Türkei hingegen … und in Gambia …

  17. Schad! 😉
    Der Gambianer ist doch ein toller Mann, kann AIDS heilen, wird 1 Mrd. Jahre alt, der kann bestimmt auch fliegen. Und Trump hat die Klimakatastrophe abgewendet, weil die gibt es ja gar nicht. Solche Leute braucht unsere Welt (nicht). Du musst es so sehen: selbst wenn Donald nochmal gewählt wird, danach ist Schluss. Und das meine ich. Es sei denn, er trickst wie der andere… Aber soweit sind die USA noch nicht abgedriftet (hoffe ich).

  18. Superhelden können das. Besonders im postfaktischen Zeitalter.

    Eine interessante Frage ist doch: Wenn die Menschen in vier Jahren nicht klug genug sind, die Witzfrisur wegzujagen – werden sie in acht Jahren so weit sein, unter den zwei neuen Kandidaten denjenigen zu erkennen, der kein Schwulen-Frauen-Mexikaner-etc.-Hasser ist? Wollen sie das überhaupt? Wenn Mutti nicht mehr antreten darf – wählen sie dann vielleicht die nette dunkelhaarige Frau, die immerhin nicht auf Flüchtlingskinder schießen lassen will, sondern nur auf ihre Eltern?
    Ich bin unsicher. Aber ich tendiere auch zu der Annahme, dass Langzeitherrschende die Welt nicht besser machen.

    Ich kopiere übrigens meinen Kommentar immer in den Arbeitsspeicher (Strg+C), bevor ich ihn sende. Ich weiß, Kontrollfreak. 🙂

  19. Habt ihr nicht neben dem Captcha-Feld so einen runden Pfeil? Einfach da drauf klicken vor dem senden 😆 dann kommt eine neue Rechenaufgabe

  20. Doch, doch. So mach ich das auch immer. Aber der hier … geht … offenbar … ja, tatsächlich: ohne erneuerte Rechenaufgabe!

  21. Also ich hab den leider nicht ;( Vielleicht hänge ich technisch hinterher.
    Aber nur technisch.

    Bei mir steht;

    Um Spam zu vermeiden, füllen Sie bitte das Captchafeld aus. *

    Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

    Da kommt aber kein Feld zum reloaden.

    Ich fahre übrigens in die Stadt mit den vielen Grachten.

  22. Rechts neben der Rechenaufgabe? Keine kreiselnden Pfeile? Zum Reloaden?
    Wenn Du bei den Grachten bist, immer beachten:
    Vaart minderen spaart kinderen

  23. Bin bei den Grachten und werde drauf achten 😆
    Mit meinem Tabbi funktioniert auch der Captcha Refrech….Jetzt spricht die Aufgabe auch englisch.

  24. Lichterfest in Amsterdam? Da kommt die Erleuchtung fürs Hirn und die Gedanken sprudeln.

  25. Ich habe viele schöne Dinge und auch Lichter in Amsterdam gesehen. Und nette Leute getroffen. Ob´s am freien Kiffen liegt? Besser Coffee Shops als Kleinkriminalität, wie sie derzeit leider in unserem Bahnhofsviertel herrscht.

  26. So isses, Grace.
    Bin auch zurück von einem Wöchelchen an der Ostsee. Großartiges Klima da. Hätte ich noch ein paar Monate ausgehalten.

  27. Freies Kiffen, genau das wär´s. Herrn Wilders und Co würde das auch zur Entspannung gut tun. Und unser Görli wäre damit endlich auch entkriminalisiert. Obwohl, na ja, womit verdienen arme Schlucker dann ihr Geld, um ihre Familien in der fernen Heimat zu unterstützen?

  28. Ich bin sicher, es gibt bessere Tätigkeiten für die ‚Armen Schlucker‘. Ich empfehle einen Gang über die die Düsseldorfer Straße, liebe Lady. Am besten nicht alleine.

  29. Tja, meine Damen, ein paar Kiffer vor der Ladentür hätten wohl auch unser liebes legendäres Musikgeschäft Cream Music am Bahnhof nicht gestört, in dem schon Elvis eine Gitarre kaufte. Aber die Dealer und raffgierige Vermieter haben ihm nun den Zahn gezogen – nein, den Stecker, nach gefühlten 500 Jahren im Bahnhofsviertel. Traurig.

  30. Ja das ist es und es ist traurig und unverantwortlich, dass man die Ecke zur ‚No go area‘ verkommen liess in den vergangenen Jahren. Ich habe täglich und abendlich notgedrungen das Vergnügen. Cristal Meth und Crack sind auf dem Vormarsch und die Abhängigen sind die armen Schlucker.

  31. Hat auch gewisse Vorteile., dass wir unser traditionelles Weihnachtsmarkt-Treffen diesmal im Frühling auf der grünen Wiese abziehen.
    Lady, alles okay bei Dir?

  32. Ja, alles o.k.. Wir haben ja immer damit gerechnet, es bleibt aber so abscheulich, wie es ist. Vor allem: ich verstehe diese Abgründe im Menschen nicht. Es ist ja nicht nur hier in Berlin, es ist ja ständig überall in der Welt. Wenn Blumen und Kerzen helfen, dann müssten wir die ganze Welt damit überstreuen und kämen aus den Trauerkleidern trotzdem nicht heraus, denn auch die Natur kennt ihre Katastrophen. Erdbeben, Flutwellen, Dürre, Hunger.
    Pardon, ich bin gerade ziemlich pessimistisch, was unseren Globus betrifft.

  33. Tja, ich glaube, dieser Globus ist ganz froh, wenn er uns endlich wieder los ist. Danke für die Rückmeldung, Lady.

  34. Treffen sich zwei Planeten, fragt der eine: „Na, wie geht’s so?“ Antwortet der andere: „Nicht so gut, ich habe Homo Sapiens…“ – traurig, traurig…

  35. Ich wünsche euch allen dennoch ein schönes Fest. Verbringt es so, wie ihr es wollt.

  36. So machen wir’s. Bin nach Jahren mal wieder bei Muttern.
    Schöne Feiertage! 🙂

  37. Schöne, friedliche Tage wünsche ich auch allen. Ein entspanntes Zurücklehnen. Die Tage werden wieder länger. Zumindest das ist gewiss.

    Lieber Tee (klingt wie liberté), Dir auch ein schönes Fest bei Deiner Mutter und einen lieben Gruß an Deine PF.

  38. Oh ja. Freiheit! Danke für die lieben Wünsche, ich richte sie aus. 🙂

  39. Guten Rutsch alle zusammen! Ein schönes neues Jahr – die 17 ist meine Lieblingszahl. :o)

  40. ***Happy New Year ***

  41. Allez hopp, sagt man im Zirkus. Seid Ihr alle gut hineingesprungen ins neue Jahr? Durch Feuerreifen und Massenansammlungen? Ich habe mich nach Westrussland verkrümelt, um den knallenden Attacken von unten und oben zu entgehen. Hier läuteten um Mitternacht die Glocken einer Kirche, deren ehemaliges Kirchenschiff dachlos (ein Relikt des zweiten Weltkrieges) ein Café für durstige Radler ist und nur im Turmraum (oder wo eigentlich?) noch sporadisch Gottesdienste (ein Wort, das mir jetzt seltsam vorkommt) abgehalten werden. Ein paar schöne Feuerblumen entfalteten sich am dunstfreiem Himmel, nur wenige Böller erschreckten mein ängstliches Herz. Ja, so war´s hier schön, aber im Hinterkopf klopft das Wissen um den Zustand der Welt. Traurig.

  42. Bonne annee! Nee, keine Massenansammlungen, nur Massen von Fondue – viel zu viel gegessen. Und viel zu wenig getrunken. Jedenfalls nach den Maßstäben von einst. Die PF und ich fahren jetzt noch mal drei Tage ans Schwäbische Meer. Ahoi!

  43. Ein schöner Auftakt zum neuen Jahr ans „Schwäbische Meer“ zu fahren (musste ich nachschlagen), aber nur für drei Tage? Ein Tag hin, ein Tag zurück, ein Tag vor Ort? Oder beamt ihr Euch dahin? Vielleicht trefft Ihr dort den bald 90jährigen alten Walser, der haust auch dort. Aber bitte dreht dort nicht den 100sten Bodenseetatort.

  44. Normalerweise reicht ein halber Tag für die Anreise, liebe Lady. Gestern nicht. Danke, Frau Holle. Jetzt ist es aber wunderschön hier.

  45. Gut, ein halber Tag bis zum Schwäbischen Meer, wäre nicht Frau Holle gewesen. Aber nun braust auch noch ein Sturmtief durch Deutschland. Das macht die Rückfahrt auch nicht schneller. Kommt heil wieder zurück, Du und Deine PF.
    Und allen, die hier noch mitlesen und manchmal auch noch schreiben, also besonders Grace, Stella und Priscilla aber auch allen anderen z.B. dem Grüngürteltier, wünsche ich ein von Sorgen befreites neues Jahr.
    Mal sehen, was auch mein Schädel an Problemlösungen noch hinbekommt im neuen Jahr 2017. Glückauf.

  46. Brausen, sausen, grausen, also, mit Verlaub, Ihr Menschen habt da mal wieder einen Jahresübergang hingelegt … aber die Tage werden endlich wieder länger, und wie Priscillas Urgroßmutter zu sagen pflegte: „es geht assiwarts!“

  47. Assiwarts? Interessante Richtung. Prost Neujahr auch dem GGT!

  48. „Assiwarts“ habe ich im hessischen Wörterbuch nicht gefunden. Aber ist ja gut, dass es immer irgendwohin geht.

  49. Guten Morgen, Nachbärchen! Eine neue Woche – und wir sind dabei! 🙂

  50. Stimmt. Das Leben ist schön! Das sollte man nie vergessen.

  51. „Treffen sich zwei Planeten, fragt der eine: „Na, wie geht’s so?“ Antwortet der andere: „Nicht so gut, ich habe Homo Sapiens…“ . Diesen tiefsinnigen Witz, den Stella hier eingestellt hat, habe ich sofort verbreitet. Treffender kann man die Weltlage gar nicht auf den Punkt bringen.

  52. Und dennoch ist Leben schön! Das sollte man bei allem nie vergessen.

  53. Liebe Grace, so, wie Du das betonst. Geht es Dir gut? Das frage ich aus ehrlicher Besorgnis. Ich bin ja auch erst vor nicht langer Zeit Graf Dracula entronnen und freue mich, dass ich lebe. Seitdem habe ich viel intensiver den Blick auf die nahen Schönheiten dieser Welt und freue mich daran, auch wenn mich die weltweiten Ereignisse nach wie vor verstören.

  54. Graf Dracula? Wie ist der so im persönlichen Umgang? Ich freue mich auch, dass Ihr lebt, liebe Nachbärinnen, und dass wir hier immer wieder ein bisschen was voneinander hören.

    Gestern Abend war ich auf einer politischen Veranstaltung in einem kleinen altlinken Club mitten im luxuriösesten Kommerz-Zentrum der Stadt. Allein dass es diesen Club noch gibt nach all den Jahren, kann einem schon Mut machen. Und immer wieder der Gedanke, dass es so leicht wäre, diese Welt zu einem guten Ort zu machen, wenn doch bloß die Vernünftigen sich einig wären und das Feld nicht den Idioten mit ihren Parolen und „alternativen Fakten“ überließen.

    Sie lasen das moralische Wort zum Dienstag. 🙂

    Und hey: Ein Grad plus heute! Zehn Grad wärmer als gestern! Nimm, dies, Graf Dracula!

  55. Und nimm auch dieses überzählige Komma in der letzten Zeile!

  56. Mir geht es gut. Ich habe es betont, da mir eine deutsche Eigenart immer mehr auffällt. Die Angst vor der Zukunft und vor der vermeintlichen Sicherheit. Das können wir gut. Und das war auch schon früher so. In Ländern mit wesentlich weniger Perspektiven, Reichtum und Sicherheit sind die meisten Menschen zuversichtlicher, lebensfroher und glücklicher als hier.

  57. Graf Dracula? Privat? Zunächst sehr liebenswürdig mit einem gewissen Charme, der Zuversicht ausstrahlt, dann aber, wenn man schon ganz zutraulich ist, dich plötzlich in einen sehr tiefen Schlaf versetzt. Was er dann alles macht, möchte ich gar nicht wissen. Wir wissen ja, er braucht Blut. Aber freundlicherweise gibt er es auch wieder zurück.

    Warst Du im Club Voltaire, Tee? Gibt´s den noch? Wie „mitten im luxuriösesten Kommerz-Zentrum der Stadt“? Noch nicht weg saniert? Ist ja unglaublich.

    Ja, liebe Grace, Du hast recht, wir Deutschen meckern viel, die Berliner sowieso. Das größte Lob ist hier: Da kann man nicht meckern. Aber insgesamt denke ich, dass auch deutsche Menschen ganz lebensfroh sind, sie drücken das nur anders aus. Aber wenn ich mich zur Zeit in meinen schweren Wintermantel einmummele, Mütze, Schal und warme Schuhe an den Füßen, dann fühle ich mich anders, eingeengt, als wenn ich leicht bekleidet mit Sandalen über eine griechische Insel im Frühling springe. Mehr Sonne, mehr Licht, das hebt schon das Lebensgefühl. Aber wenn der Winter dort einbricht, dann werden die Menschen dort auch nicht so leichtfüßig sein. Und wenn ein Erdbeben ihre Region erschüttert und all ihre Habe vernichtet, oder ein Sturm, eine Flut, nee, dann geht es den Menschen dort schlecht. Ich glaube nicht, dass sie dann zuversichtlicher, lebensfroher und glücklicher als hier sind.

    Pardon, jetzt habe ich mich hier nächtlich aus gelabert. Aber wir sind ja jetzt bei Denkformaten. Da kann ich ja mal frei meinen Gehirnschmalz rauslassen, oder?

  58. Was Du alles erlebst, Lady … und vor allem: überlebst. 🙂 Bleib gesund!

    Ja, tatsächlich ein Wunder, dass es ihn noch gibt, den Club im Herzen des Kommerz. Ich mag ihn.

    Und was die Menschen in den armen Ländern angeht: Der Zufriedenheits-Index gibt Grace recht. Wer wenig hat, wer viel gar nicht kennt, sieht sich selbst oft glücklicher. Ich denke manchmal: Ohne Internet war’s irgendwie besser. Was natürlich nicht für alle Bereiche des Lebens gilt, aber doch für viele. Da musste man noch das Denken trainieren.
    Ohne Flugzeuge wäre die Welt übrigens auch eine bessere. Aber das ist nur meine kleine Meinung.

  59. Aber ohne Internet hätten wir uns ja gar nicht kennen gelernt – wäre doch schade, oder?
    Wohnt ihr in der Einflugschneise?
    Ich war gestern übrigens bei einer politischen Veranstaltung, bei der die Generalsekretärin Katarina Barley gesprochen hat, und das hat mir gut gefallen – ging auch so in diese Richtung.

  60. Wir waren halt schon immer ein hochpolitisches Blog. 😀
    Nee, wir wohnen nicht in der Schneise, aber wenn ich Leute besuche, die jeden Flieger körperlich spüren – und ich meine wirklich körperlich, das ist ein so krasses Gefühl -, dann denke ich immer: Das geht so nicht. Früher war das Reisen ein Abenteuer, für das man sich Zeit genommen hat. Entschleunigt. Viel schöner.
    Und das Internet: ja, stimmt. Ein paar schöne Nebeneffekte hat es durchaus. 🙂

  61. Wenn Mensch Hab und Gut oder ihre Lieben oder ihr eigenes Leben verlieren, haben sie allen Grund ihren Lebensmut zu verlieren und verzweifelt zu sein.
    Es geht mir mehr um die diffusen Ängste und die Grundstimmung in einem Land.

    Das (Lust-)reisen war früher wenigen vorbehalten, da quälte man sich mit Kutschen durch die Gefahren oder reiste später per Bahn in die Sommerfrische. Und noch viel später mit der Benzinkutsche über den Brenner. Ich fand das als Kind immer spannend, wie die Landschaft sich langsam veränderte. Und ich fragte mich immer, ob die Kühe hinter der Grenze italienisch sprechen 😉

    Auf die schöne griechische Insel oder noch weiter weg kommt aber mit einem begrenzten Jahresurlaub und -budget am einfachsten mit dem Flugzeug. Und darauf möchte ich persönlich nicht verzichten.

  62. Genau. Finde den Fehler im System.
    (Kleiner Tipp: Fängt mit „begrenzt“ an und hört mit „urlaub und -budget“ auf. 🙂 )

  63. Du meinst wir sollten einfach komplett dorthin auswandern?
    Dann wäre das ganze Leben ein Urlaub oder käme uns so vor?
    Bleiben noch die Tonnen von Gütern, die per Flugzeug oder LKW bzw Containerschiff unablässig auf der ganzen Welt verteilt werden.

  64. Ich meine, wir brauchen mehr Urlaub und Budget, weniger abhängige Arbeit. Die sogenannte Work-Life-Balance ist so schepp, dass man von Balance gar nicht mehr sprechen kann. Und die Güter: Regional und saisonal, sag ich nur. Man kann gar nicht besser leben und wirtschaften als mit kleinen Märkten und den Kartoffeln vom Bauern nebenan.
    Ich weiß, ich bin gestrig. Hab grad so eine Phase. Und fühle mich von der Mandarine ausgelacht, die auf meinem Schreibtisch liegt und vermutlich ohne Flugzeug nie hier angekommen wäre. Obwohl – mit der Eisenbahn aus Spanien, das geht.

  65. Lieber Tee, auch wenn es sich so anfühlt, haben wir zumindest theoretisch noch nie soviel Freizeit und Budget gehabt wie heute. Wir müssen nur dringend neue Lösungen finden, um die verfluchte IT und die 24 h Erreichbarkeit einzuschränken. Und damit meine ich nicht nur Fremdeinwirken, sondern auch Selbstdisziplin.
    Am besten wäre doch eine Tätigkeit in einem schönen Umfeld, bei der man gar nicht ständig weit wegfahren müsste. Oder halt nur einmal im Jahr fliegen oder mit dem Zug wegfahren.
    Beim Kauf aus der Region geben ich dir prinzipiell recht. Nur würdest du ihn einer ziemlichen Leere mit deinen Kartoffeln sitzen. Ich meine nicht die Garnele, die aus der Nordsee gefischt und zum Puhlen nach Marokko und dann hierher zurück geschickt wird. Das ist Wahnsinn. Genau wie das bessere ? Leitungswasser aus dem schönen Nachbarland, das man für teuer Geld in Plastikflaschen zum Wucherpreis im Supermarkt kaufen kann.
    Aber wie sieht es aus mit unseren Möbeln, unseren Elektrogeräten, unserer Kleidung, Geschirr, Autos? Man kann die Zeit nicht zurück drehen. Und kein Land ist eine Insel, auch wenn die Tendenz besonders im Land des orangefarbenen Mannes dorthin geht. Ich finde, man sollte sich nicht die Mandarine im Winter verkneifen, sondern eher das „jährliche“ neue Smartphone, die „super“ Lattemacchiatomaschine mit ihren Alukaspeln, den 1200 € Thermomix Hihg Tech Kochtopf mit WLAN. Und vielleicht einfach mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder dem OEPNV einkaufen. Und keinen riesigen SUV als Auto fahren, wenn überhaupt. Licht ausmachen in Räumen, in denen man sich nicht aufhält. Statt die Heizung auf 5 zu stellen und im T-Shirt rumzulaufen im Dezember, einfach mal ne Decke mit auf die Couch nehmen. Statt alles Standby laufen zu lassen, einfach mal den Stecker ziehen.
    So, jetzt habe ich mich ausgelassen.
    Schönes Wochenende!

  66. Ich sehe, liebe Grace, wir haben eine große Schnittmenge.
    Aber die hatten wir ja eh schon immer. 🙂

    Gestern bin ich beim Restaurant an der Großen Kreuzung des Lebens vorbeigekommen. Traurig. Und bei O.s ehemaliger Scheune. Noch viel trauriger. Gegessen haben wir im früheren Lieblingslokal B. & C., das jetzt einer Italiener-Kette gehört. Das passt auch ein bisschen zu unserem Thema des Tages.

    Danke für den spannenden Austausch und auch Dir ein schönes WE!

  67. 😉 Das gebe ich gerne zurück.
    Jaja, an der großen Kreuzung des Lebens sind andere Zeiten eingetreten. Und schlimme Stühle!!!!!! Schön alleine wegen dieser Sitzmonster gehe ich da nicht mehr hin.

  68. Ja, die große Kreuzung des Lebens, wie viele Wege gehen da eigentlich ab. Und welchen schlägt man zufällig ein? Solche Kreuzungen hat man häufiger im Leben. Und dann?

  69. Dann geht man weiter bis zur nächsten Kreuzung. Manchmal nur in einen kleinen Weg, manchmal kommt man eine Ampel und wartet. Dann geht es weiter…und am Ende kommt je nach Glaube oder Nicht-Glaube Himmel oder Hölle, eine Wiedergeburt als Wasweissich oder das große Nichts.
    An der besagten Kreuzung kann man entweder zu Rewe, zum Chinarestaurant, zur Damenboutique, ins Fitness Studio, zum Schuster oder in die Fahrschule gehen. Also eine ähnliche Auswahl 😉

  70. Vier davon bin ich schon gegangen: China, Rewe, Schuster und Fahrschule – aber nicht diese, sondern gegenüber, auf der anderen Seite der großen Kreuzung. Die gibt’s schon seit 20 Jahren nicht mehr.

  71. Du hast ja auch schon seit 25 Jahren den Führerschein 😉

  72. Danke, Du schmeichelst mir. 🙂
    Aber woher weißt Du das – damals warst Du ja noch gar nicht geboren?

  73. Uuuuuuuuuuuuuuuuuh 😉

  74. Oh je, die große Kreuzung des Lebens ist eigentlich nur ein Unfallschwerpunkt? Und ein Erinnerungsort für Frankfurter? Und führt gar nicht in all die möglichen Abzweigungen der Lebensrichtungen, sondern nur ganz profan zu Rewe und Co? Ich bin schockiert.

  75. Ja aber in jedem Geschäft und in jeder Bahn, in jedem Auto befinden sich Menschen mit ihren unterschiedlichsten Zielen, Nöten und Freuden. Manchmal kracht´s, aber oft genug passiert auch Positives an der großen Kreuzung des Lebens.

  76. Oh ja! Das ist eine gute Kreuzung, die große Kreuzung des Lebens. Und das Leben ist manchmal profan, aber auch manchmal phänomenal. 4+ … =7

  77. Glaubt ja nicht, hier würde nix gepostet!
    Hab gerade 15 Spam-Mails aus der Quarantäne gelöscht.

  78. UnanständIge Dinge?

  79. Wahrscheinlich. Hab’s im Einzelnen nicht durchschaut.

  80. Puh, einfach gelöscht? Vielleicht sind uns jetzt große philosophische Gedanken abhanden gekommen?

  81. Neeee … das war eher so die Sorte Absender, von denen nur Geschäftsangebote in Millionenhöhe aus Nigeria zu erwarten sind. Oder Verlängerungen von Körperteilen. Oder Online-Casinobesuche. So die Preislage.

  82. Oder Bauchweg in 15 Tagen …

  83. … oder „5 cm größer in 10 Sekunden mit in den Schuhen integrierten Absätzen“ …

  84. Prust! In den Schuhen integriert – unglaublich!
    Und damit größer und ohne Bauch?!

  85. Die Geldangebote aus Afrika kenne ich schon ohne Internet, sie kamen ganz altmodisch mit der Briefpost. Da gab´s auch schon jede Menge Spam. Aber die Verlängerung von Körperteilen interessieren mich. Solche Angebote haben mich bislang nicht erreicht. Ich brauche 10 bis 20cm mehr für meine Arme. Ich kann unsere Dachfenster nicht mehr säubern, Frau Glasrein gibt’s ja auch nicht mehr, sehr traurig! Wenn Ihr da mal so ein Angebot bekommt, bitte sofort an mich weiter leiten. Mein Spamfilter verhindert diese hilfreichen Offerten.

  86. Liebe Lady, die Körperteile, die da vorzugsweise verlängert werden sollen, die hast Du nicht. Jedenfalls soweit ich weiß. Im Internet weiß man das ja letztlich nie so ganz genau, was für Körperteile die anderen haben.

  87. Ich nehme alles zurück – in der jüngsten Spam-Lieferung war auch eine Haarverlängerung mit dabei.
    Der Rest war auf Russisch, da bin ich nicht so textsicher.

  88. Stimmt, im Internet sind die Identitäten unklar. Im wirklichen Leben vielleicht auch. Und weiß man überhaupt, wer man ist? „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“ fragt sich ein uns bekannter Kenner der Philosophie (oder selber ein Philosoph?).
    Haarverlängerung brauche ich nicht, wer braucht die überhaupt? Wachsen die Haare nicht von alleine, manchmal schneller, als man möchte?
    Ich bekomme in „Westrussland“ jetzt immer Werbung auf Polnisch. Da bin ich auch nicht so „textsicher“. Aber mit Phantasie und Sachverstand und anhand der Abbildungen errate ich, dass man sich Fußballen kostengünstig entfernen lassen kann. Also eher Werbung für Verkürzung.
    Schon lustig, diese Spams.

  89. Neulich habe ich gelesen: „Ich bin weg, mich suchen – sollte ich zurück sein, bevor ich wieder da bin, sagt mir, ich soll auf mich warten …“

  90. Hihi! 🙂
    Es geht eben auf und ab im Leben … übrigens auch im neuen Ferd.